Selbst ein Meisterautor hätte kein spannenderes Drehbuch schreiben können. Und der AMC Regen e.V. im ADAC sorgte mit seinem Team gekonnt für eine perfekte Inszenierung auf der hochselektiven Automobilslalombühne in der Bayerwaldkaserne bei besten äußeren Bedingungen.

Armin Dellkamm (AMC Regen, 42) mit dem 300 PS Ex-DTM BMW M3 und Hans-Martin Gass (MC Ingolstadt, 50) auf seinem Ex-Werks-Audi A3 T FSI, der schon beim legendären 24-Stunden Rennen auf der Nürburgring Nordschleife im Einsatz war, wurden unter den 65 Teilnehmern als haushohe Favoriten auf den Gesamtsieg beim ADAC Pichelsteiner Automobilslalom 2009 gehandelt. Der Fuhrunternehmer Armin Dellkamm unterstrich seine Sieg-Ambitionen mit einer klaren Trainingsbestzeit von 1:16,55, war damit 0,94 Sekunden schneller als Audi Versuchsingenieur Hans-Martin Gass. Dieser erzielte im anschließenden ersten Wertungslauf fehlerfreie 1:17,35, der nach ihm am Ende des Feldes startende Armin Dellkamm knallte sagenhafte 1:15; 50 auf die 2,4 km lange Slalom Hochgeschwindigkeitspiste, lud sich aber wegen eines Pylonenfehlers zusätzlich 3 Strafsekunden auf sein Zeitenkonto. Sofort witterte A3 Pilot Hans-Martin Morgenluft, setzte alles auf eine Karte, trieb seine Turbo-Rakete mit Benzin-Direkteinspritzung im zweiten, alles entscheidenden Run zu schier unglaublichen 1:15,35. Dennoch kein Siegesjubel: Einen Markierungshut beim wilden Ritt abgeräumt – bekannter Zuschlag 3 Sekunden. Fortuna schien sich noch einmal Armin zuzuwenden, der Sieg greifbar nahe. Aber dann: Etwas zu stark abfallende Motordrehzahl beim Start, ein spektakulärer, Zeit vernichtender Quersteher, „nur“ 1:16,07 – aber fehlerfrei. Würde diese Zeit reichen, wer sollte sie unterbieten? Einer, der bei seinem ersten Auftritt in Regen 2008 die Möglichkeiten des Parcours erst im zweiten Wertungslauf voll erkannte, machte diesmal von Anfang an alles richtig, blieb absolut fehlerfrei. Günter Fertig (Marktheidenfeld, 52) vom MSC Rhön sprintete mit seinem kraftstrotzenden 2 Liter Opel Kadett C Coupé mit vollem Einsatz in 1:17,47 und 1:17,09 durch das Berg und Tal Oval. Und sorgte für die absolute Sensation: Gesamtsieg vor Armin Dellkamm und Robert Stangl (Nittenau, Opel Kadett) mit dem Wimpernschlag-Vorsprung von einer Hundertstelsekunde! Hans-Martin Gass blieb Rang 4 vor Werner Euringer (Ottenbach) im gleichen Einsatzauto.
Die seriennahe „Vormittagsgruppe“ G sicherte sich mit blitzsauberen Fahrten Marco Clos (Vilsbiburg, BMW 328i) knapp vor Marken- und Typenkollege Hermann Wutz (Tegernbach) und Marcel Gapp (Scuderia Lindau, BMW 318 is). Hochspannung auch bei den verbesserten Autos der Gruppe F 2005: Routinier und Favorit Rainer Krug (MSC Eblhalten, BMW M3 E36) musste alle Register ziehen, um mit exakt einer Sekunde Vorsprung auf den dennoch zufriedenen Patrick Clos (Vilsbiburg, BMW 328i Coupé) zum Gruppensieg zu driften. Den dritten Stockerlplatz sicherte sich der souveräne 2-Liter Klassensieger Robert Firsching (Burgebrach, BMW 320is). Die Reihung unter den nach allen Regeln der Kunst getunten Gruppe H Boliden entspricht bis Platz 6 (Christoph Bauer vom MSC Röhrnbach, VW Polo 1300) dem Gesamtergebnis. Alle Listen, Zeiten und in Kürze auch Bilder des zur Südbayerischen ADAC- und Niederbayerischen Maier-Korduletsch Automobilslalom Meisterschaft sowie zum Auto Gogeißl ADAC Städte Slalom Pokals zählenden Events sind im Internet unter www.amc-regen.de abzurufen. Und passend zum nahenden Schuljahresende verteilten nicht nur Sportkommissar Fritz Mitterlehner sondern auch die Teilnehmer Bestnoten und Top Bewertungen an den Veranstalter AMC Regen, an den sicher agierenden Rennleiter Helmut Glasschröder und den mithelfenden MC Metten/Aussernzell, der vorbildlich für die Streckensicherung und Fehlererfassung im Parcours sorgte. Uli Kohl, Juli 2009











