Das SG-Sport Duo fährt trotz kleinerer Probleme bei der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg auf Rang 10 der Gesamtwertung und sichert sich damit erste Punkte für die Deutsche Rallye-Meisterschaft 2010.

„Zusammen gezählt wird ganz zum Schluss!“ Diese uralte Motorsport-Weisheit hat nach wie vor Gültigkeit. Im negativen genauso wie im positiven Sinn. Natürlich auch für das SG-Sport Team. Pilot Robert Pritzl (MSC Hohenwarth) und seine Beifahrerin Christina Kohl (AMC Regen) bewahrten trotz einiger Probleme einen kühlen Kopf und durften sich auf der Zielrampe der Hessen Rallye 2010 über ihre ersten Punkte in der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) freuen. Dabei hatte es zum Beginn der Bestzeitenjagd über knapp 138 Kilometer, gespickt mit fast 20% Schotteranteil, nicht wirklich danach ausgesehen.
Eigentlich begannen die Probleme schon zuhause in der Vorbereitungsphase. Für die bekannt schnellen Strecken der Hessen Rallye sollte der von der FFS Group und Subaru Originalteile unterstützte Gogeißl Subaru Impreza WRX STI ein neues Sechs-Gang Dog-Box Renngetriebe spendiert bekommen. Dieses wurde rechtzeitig bestellt und auch kurz vor der Rallye geliefert. Lange Gesichter dann nach der Montage – keine Funktion. Also zurück damit zum Zulieferer und mit 5 Gängen die Reise ins Hessenland angetreten. Nach der Streckenbesichtigung und dem Erstellen des Aufschriebes war endgültig klar: Das SG-Sport Team startet mit Handicap, die maximal erzielbare Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ist für die vielen Highspeed-Passagen um Welten zu niedrig. Das länger übersetzte Sechs-Gang Getriebe hätte weit über 200 Sachen möglich gemacht. Es gibt nur eine Alternative für Robert und Christina: Eine saubere, absolut fehlerfreie Fahrt mit voller Attacke auf den technisch anspruchsvollen Teilen der Wertungsprüfungen. Daran halten sie sich konsequent. Nach den fünf WP’s des Rallye-Freitags sind sie 20. Gesamt. Eine leicht rutschende Kupplung erschwert ihre Aufgabe zusätzlich. Für einen Austausch bleibt keine Zeit. Ganz vorne geben die leichten Super 2000 Renner den Ton an. Zu den beiden Werks-Skoda Fabia von Rekordmeister Matthias Kahle und Jung-Talent Mark Wallenwein hat sich als Gaststarter noch der schnelle IRC erfahrene Österreicher Franz Wittmann (Peugeot 207) gesellt. Drei bärenstarke Porsche 911 GT3 versuchen ebenso wie die Gruppe N Speerspitzen Hermann Gaßner (Mitsubishi) und Sandro Wallenwein (Subaru) den Anschluss zu halten.

Trotz der Probleme denkt in der SG-Sport Mannschaft niemand ans Aufhören. Mit professioneller Einstellung nehmen sie die Samstags-Etappe in Angriff. Die Bremspunkte werden auf den letztmöglichen Zentimeter verlegt, das Teamwork zwischen dem 36-jährigen Fahrer und seiner 22-jährigen Copilotin funktioniert hervorragend. Punktgenau angesagte „blinde“ (nicht einsehbare) Kurven werden mit einer perfekten Linie genommen, unübersichtliche, versetzte Mut-Kuppen in voller Fahrt gemeistert. Das SG-Sport Duo schiebt sich Platz um Platz nach vorne, nutzt jede Schwäche der Konkurrenten. Nicht locker lassen heißt die Devise. Auf der zweimal zu absolvierenden 16,10 Kilometer langen Finalprüfung Niederaula greifen sie hoch motiviert noch einmal voll an, sind beide Male Zehnte der Gesamt-Zeitenliste. Unter den gegebenen Umständen eine Meisterleistung des Zahntechnikers und der Einzelhandelskauffrau. Mit Platz 10 der Gesamtwertung und den ersten Zählern auf ihrem persönlichen DRM-Konto holen sie das Maximum aus einem schwierigen Wochenende heraus. Auf den 400 PS starken Porsche GT3 von Maik Stölzel (Platz 9) fehlen in der Endabrechnung winzige 4 Sekunden.
SG-Sport typisch geht der Blick aller Beteiligten sofort nach vorne: „Bis zum nächsten DRM Lauf, der Sachsen Rallye rund um Zwickau, bleiben uns knapp sechs Wochen Zeit. Die werden wir nutzen, um den Gogeißl Subaru Impreza WRX STI N15 noch konkurrenzfähiger zu machen. Abgesehen von der leicht rutschenden Kupplung hat er wieder hervorragend und zuverlässig funktioniert. Im Bereich Handling, Fahrwerk und Bremse war er absolut Top. Und mit Sechs-Gang Getriebe und einem entsprechenden Plus an Top-Speed werden wir alles daran setzen, uns bei der Sachsen Rallye bestens zu präsentieren.“ So die Schlussworte von Robert Pritzl. Das SG-Sport Team um Chef Sepp Gogeißl ist gefordert – und nimmt die Herausforderung selbstverständlich an.
Uli Kohl, April 2010











