Nach bewusst verhaltenem Auftakt und einer riesigen Schrecksekunde auf WP 5 gelingen dem Rallye-Junior im SG-Sport Subaru Impreza weitere Diesel-Bestzeiten.
Bereits Anfang Mai stand der zweite Lauf zum HJS Diesel Rallye Masters auf dem Programm. Die „ADAC Mobil Pegasus Rallye Sulinger Land“ – zwischen Hannover und Bremen angesiedelt – war angesagt. Wieder Neuland für das SG-Sport Junior Team Johannes Fürst (AMC Regen) und Ludwig Reisinger (ASC Tiefenbach) mit dem Subaru Impreza Boxer-Diesel. 13 Wertungsprüfungen (WP) über insgesamt 143 Bestzeit-Kilometer galt es zu absolvieren. Darunter das berüchtigte IVG-Gelände, ein ehemaliges Militärdepot. Eine unübersichtliche Strecke, gespickt mit Kurven die am Eingang völlig gleich aussehen, aber unterschiedlich schnell zu nehmen sind.

Johannes Fürst und Ludwig Resinger
Nach der kurzen Galavorstellung – von der Fachpresse fair mit dem Attribut „Team des ersten Tages“ gewürdigt – und dem frühen Aus bei der Rallye Erzgebirge war das Ziel diesmal glasklar: Die Veranstaltung zu Ende fahren und erste Punkte für die Meisterschaften holen. Zurückhaltung stand also auf dem Fahrplan. Und das gleich doppelt. Zum einen beim Mapping des Motors und der Abstimmung des Fahrzeuges, zum anderen bei der Fahrweise. Dennoch befanden sich Johannes und „Luck“ von Anfang an unter den Diesel Top-Five, meisterten im Gegensatz zur Konkurrenz auch das schwierige IVG-Gelände ohne Probleme. Bis zur fünften WP lief alles glatt nach Plan. Dann die absolute Schrecksekunde: In einer schnellen, langgezogenen Linkskurve im Wald brach das Fahrzeugheck auf tückischen Bodenwellen unerwartet heftig aus, war auch unter aufbieten aller Reflexe und aller Fahrzeugbeherrschung kaum zu beruhigen. Als alles unter Kontrolle schien, hebelte eine Kante in der Fahrbahn das Auto erneut aus. Inzwischen aus dem Wald heraus fand man sich in einem breiten Graben wieder, wo sich der grüne Subaru um 180 Grad drehte. Zurück auf die Fahrbahn ging nicht, die Böschung war zu steil. Also kurzerhand auf einen Acker ausgewichen, 200 Meter darin durchgewühlt und auf die Strecke zurück gekehrt. Zeitverlust vorsichtig geschätzt mindestens eine Minute. Verbunden mit einem entsprechenden Absturz im Klassement.
Vorbei die Phase des Taktierens. Schnell sortierte sich das SG-Sport Juniorteam neu, verdaute den heftigen Ausflug in die Botanik, schaltete in den Angriffsmodus. Schon auf der nächsten WP gelang die zweitschnellste Dieselzeit. In diesem Stil ging es weiter. Als vor der zehnten WP Niederschläge einsetzen, mutierte der 22-jährige Schreiner Johannes Fürst zum „Rain-Man“, düpierte die Konkurrenz, setzte mit Einsatz und Fahrkönnen drei Selbstzünder-Bestzeiten in Folge. Ungläubig staunend mussten die mit Regenreifen ausgerückten Mitbewerber wegstecken, dass Johannes bei seinen Regen-Husarenritten Slick bereift unterwegs war. Ein klarer Nachteil, der den Allrad-Traktionsvorteil des Subaru Boxer-Diesel mehr als aufwog.
Der fulminante Schlussspurt brachte Johannes Fürst und seinen Copiloten Ludwig Reisinger noch bis auf Platz vier der Dieselwertung nach vorne. Im Gesamtklassement verbesserte man sich von der WP 5 bis ins Ziel um sage und schreibe 27 Positionen. Und so fiel – trotz des möglich gewesenen Podestplatzes – das Fazit der Beteiligten nicht unzufrieden aus. Johannes Fürst brachte es auf den Punkt: “Erste Zielankunft der Saison bei einer schwierigen, uns bisher unbekannten Rallye. Der Subaru Boxer-Diesel lief ohne jegliches Problem. Das Punktekonto für die von uns angestrebten Meisterschaften HJS Diesel Rallye Masters, ADAC Rallye Masters und ADAC Rallye Junior-Cup beginnt sich zu füllen. Bei der Aktion auf WP 5 haben wir den möglichen zweiten Platz verloren, hatten aber viel Glück im Unglück. Genauso gut hätte unsere Saison hier vorzeitig zu Ende sein können. Die tollen Zeiten zum Schluss der Rallye haben bewiesen, dass wir ein gutes Paket geschnürt haben und auf dem richtigen Weg in einer noch langen Saison sind. Wir freuen uns auf den nächsten Einsatz am 05. Juni bei der Litermont Rallye im Saarland, bei der ich 2007 schon einmal im VW Golf GTi am Start war.“
Uli Kohl, Mai 2010












